Kurze Kirchengeschichte von Salgen
Eine erste urkundliche Erwähnung für Salgen gibt es zwar erst für das Jahr 1097, doch weist der Ortsname hin auf römische Tätigkeit. Die Besiedlung durch Alamannen um 500 n. Chr. weist mit seinem Gräberfeld, in dem Zierstücke mit Kreuzsymbolen gefunden wurden, auf ein gelebtes Christentum in Salgen vor über eineinhalb Jahrtausenden.
Seit dem ausgehenden 11. Jahrhundert bestand durch Grundherrschaft eine enge Bindung an das Kloster Ottobeuren, die sich nicht nur in der Schenkung von Reliquien (1167 Erstnennung einer Kapelle) manifestierte, sondern auch in alljährlichen Wallfahrten oder gar 1423 in Streitigkeiten mit der Reichsabtei, da die Bauern die Kirche nach Osten auf ein Grundstück des Klosters erweitert hatten.
Eine grundlegende sakramentale Versorgung, einschließlich Friedhof, fand jedoch bis ins 18. Jahrhundert in und von Pfaffenhausen aus statt: Erst 1730 wurde hier in Salgen ein Benefizium (Stiftung für einen Geistlichen) errichtet, 1733 folgte die Genehmigung, das Allerheiligste aufbewahren zu dürfen, 1883 wurde Salgen nach langwierigen Verhandlungen und Auseinandersetzungen mit der Diözese sowie der Filialkirche Bronnen zur Pfarrei erhoben. Seit 1975 hat Salgen keinen eigenen Pfarrer mehr, das Pfarrhaus, das längere Zeit als Kindergarten diente, ist verkauft, die Pfarrei selbst gehört seit 2018 zur neu gegründeten Pfarreiengemeinschaft Pfaffenhausen.
Christian M. Köhler